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Bitte beachten Sie, unsere nächste Veranstaltung. 
Friedhof 06 09 2020 klein

Aktuelles

 

AK Stolpersteine Kuppenheim vielfältig engagiert

 

Der Arbeitskreis Stolpersteine Kuppenheim legt nicht nur Gedenksteine, er organisiert auch Veranstaltungen, die sich mit der Geschichte der Juden und NS-Diktatur befassen:

  • Stolpersteinreinigungen mit:
  • Naturparkschule Realschule Gaggenau, Werner-von-Siemens-Reslschule Kuppenheim, Favorite Werkrealschule Kuppenheim, Türkischer Schul-Elternverein, AK Stolpersteine
  • Gedenkveranstaltungen zu:
  • Gurs 75 Jahre, 80 Jahre, Reichspogromnacht 75 Jahre/80 Jahrte, Auschwitz-Befreiung (Gedenktag am 27. Januar -75 Jahre)
  • Konzerte mit:
  • Alexandra Mikulska, Microphone Mafia im klag und in der Reithalle Rastatt, Sinteza-Musik im klag, 3x Klezmer mit Jontef
  • Vorträge zu:
  • Auschwitz, 2x jüd. Soldaten im 1. Weltkrieg, 5x Kurt Maier im Lager Gurs, strarke jüdische Frauen aus Baden-Baden, Paul Sache zu "Drei von 6 Millionen - Für Salomon Lehmann, wider den Vogelschiss aus der AfD"
  • Lesungen mit:
  • 4x Esther Bejarano vom Auschwitz-Mädchenorchester (Jahnhalle + klag Gaggenau, Reithalle Rastatt + Ludwig-Wilhelm-Gymnasium Rastatt), 2x Sinti + Roma unter NS Regime (Jahnhalle + klag Gaggenau), Hosenfeld und der Pianist im Warschauer Ghetto, starke jüdische Frauen zum Weltfrauentag, Dorfchronik einer verlorenen Gemeration, Achim Rietz: Verführt, gekämpft, verstorben - Lesiung aus einer Dorfchronik "Aufbruch in eine neue Zeit. Dachten wir"
  • Führungen
  • auf dem Jüdischen Friedhof Kuppenheim und zu "juedisches Kuppenheim"
  • Exkursionen - Besichtigungsfahrten
  • zum KZ Struthof-Nazweiler im Elsaß, nach Worms (ältester jüdischer Friedhof in Deutsch-land), Speyer (Mikwe, Synagoge)
  • Mitarbeiter Erkundungen:
  • Synagoge in Subotica und Novi Sad (Serbien), Synagogen und Ghettos in Vilnius + Kaunas (Litauen) Tallin (Rerval, Estland) und Riga (Lettland), Synagoge und Gedenkstätten  in Budapest,  Grabmal von Paul Abraham in Apatin, diverse jüd. Friedhöfe und Synagogen in der Eifel und im Elsass, Synagoge in Rhodos Stadt, alter jüdischer Freidhof in Prag, Synagioge Kitzungen (Franken), jüd. Gemeinde Mainbernheim, jüdischer Friedhof in Baden-Baden, Hamburg (jüdischer Friedhof Altona), jüdischer Friedhof in Weißensee-Berlin, KZ Buchenwald, KZ Sachsenhausen, jüdisches Museum Berllin, Denkmal für die ermordeten Juden Deutschalnds (Stelen)

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Ein Mensch - ein Stein - ein Schicksal


Jedes Opfer erhält seinen eigenen Stein. Gedacht wird mit diesem Projekt aller verfolgten oder ermordeten Opfer des Nationalsozialismus: Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgten, religiös Verfolgten, Zeugen Jehovas, Homosexuellen, geistig und/oder körperlich behinderten Menschen, Zwangsarbeiter und Deserteure.

 

Voraussetzung und Intention für die Verlegung von Stolpersteinen ist, dass im Gedenken die Familien wieder „zusammengeführt" werden.

 

Daher werden auch überlebende Familienangehörige an der entsprechenden Adresse einbezogen und erhalten einen Stolperstein:


Zum Beispiel Kinder, die in Sicherheit gebracht werden konnten; Jugendliche, die nach Palästina gingen; Angehörige, denen die Flucht gelang; KZ-Überlebende. Gedacht wird auch der Menschen, die unter dem Druck der damaligen Umstände ihrem Leben ein
Ende setzten.

 

Deshalb ist es die Aufgabe der zweitausend örtlichen Stolperstein-Organisationen (wie dem AK Stolpersteine Kuppenheim oder den Stolperstein-Initiativen aus Rastatt. Baden-Baden, Gernsbach oder Malsch) die Familienschicksale für die Zeit von 1933 bis Kriegsende 1945 möglichst umfassend zu recherchieren und zu übermitteln.

 

Wehret den Anfängen


Die Mehrheit dieser zweitausend Gruppierungen und Organisationen recherchiert nicht nur zu den einzelnen Schicksalen, es finden auch zahlreihe zusätzliche Veröffentlichungen und Veranstaltungen zum Thema statt. Dadurch erreichen die Verantwortlichen etliche hunderttausend interessierte Menschen.

 

Das ist eine Bewegung, die nicht nur das Erinnern pflegt, sondern auch aktiv ist im Kampf gegen RECHTS, gegen Hass und Intoleranz. „Wehret den Anfängen" soll die Devise sein. Der Faschismus der Nationalsozialisten hat ja Ende der 1920er und zu Beginn der 1930er Jahre auch mal klein angefangen.

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22 jüdische Familien im Gedenken zusammenführen

 

Der Gemeinderat Kuppenheim hat am 15. Februar entschieden: 61 Stolpersteine können in den kommenden Jahren noch gelegt werden, in der Summe dann 129 Steine. Im Rahmen der Familienzusammenführungen werden 22 jüdische Familien an 15 Standorten, die ihre Wurzeln in Kuppenheim haben, ihre „Schluss-Steine“ erhalten. Ihre Namen werden nicht vergessen, und das Unrecht, das ihnen während der NZ-Zeit geschah, wird im öffentlichen Raum in Erinnerung bleiben.


7. Stolpersteinlegung wegen „Corona“ verschoben

 

Es war geplant, am Montag, 15. März 2021, in der Rheinstraße 14 (6 Steine für die Familie Max Kahn), in der Murgtalstraße 2 (2 Steine für die Familie Leopold Dreyfuß) und in der Oberen-Torstraße 1 (4 Steine für Familie Jakob Grünbaum) insgesamt 12 weitere Stolpersteine zu legen. Wegen der Corona-Pandemie kann der Künstler Gunter Demnig jedoch nicht zur Verlegung kommen. Und ein anderer Termin ist aus organisatorischen Gründen mit ihm in diesem Jahr nicht mehr möglich.

Deshalb muss der AK Stolpersteine die Verlegung ohne ihn durchführen und hat entschieden, diese auf Mai/Anfang Juni (an einen späten Nachmittag) zu verschieben.

Mit Unterstützung des städtischen Bauhofs hofft der Arbeitskreis, mit einer größeren Zahl an Beteiligten die Stolpersteinlegung durchführen zu können.

 

Stolperstein-Spenden und Unterstützung der Aktionen/Veranstaltungen des Arbeitskreises -

 

Konto:

AK Stolpersteine, Volksbank Baden-Baden Rastatt,
DE06 6629 0000 0061 4477 09

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7. Stolpersteinlegung im Frühjahr 2021

 

Stolpersteine als Zusammenführung                                                      im Gedenken für jüdische Familien

 

Murgtalstraße 2 - Stolpersteine für Markus Katz und Hermann Heumann

 

Markus Katz

geb. 10.03.188; wurde am 22.10.1940 mit seiner Ehefrau Regina nach GURS verschleppt. Mit Transport Nr. 17 kamen beide am 10.08.1942 von Gurs über das Sammellager Drancy nach Auschwitz und wurden dort ermordet.

 

Seine Ehefrau Regina Katz, geb. Dreyfuß,
geb. am 21.06.1894 in Kuppenheim, kam mit ihrem Ehemann Markus Katz am 22. Oktober 1940 nach Gurs und am 10. August 1942 nach Auschwitz zur „Vergasung“.Für Regina Dreyfuß, verh. Katz wurde 2019 ein Stolperstein vor ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Murgtalstraße 2 gelegt.

 

Hermann Heumann
geb. 12.04.1882, wurde mit seiner Ehefrau Ida ebenfalls am 22.10.1940 nach GURS deportiert und kam dann mit Transport Nr. 21 am 10.08.1942 von Drancy zur Ermordung nach Auschwitz.

 

Ida Heumann, geb. Dreyfuß,

wurde bereits am 10. August 1942 mit Transport Nr. 17 nach Auschwitz verfrachtet.Für Ida Dreyfuß, verh. Heumann wurde 2019 ein Stolperstein vor ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Murgtalstraße 2 gelegt.

 

Friedrichstraße 75 - Stolpersteine für alfred und Arnold Forsch

 

Alfred Forsch
geb. 24.02.1903 in Ettenheim; Ehemann von Erna Mina Lehmann, verh. Forsch. Alfred Forsch wandert am 23.01.1939 nach Havanna (Kuba)- später in die USA (New York) aus.

 

Arnold Forsch
Erna Mina flieht mit Sohn Arnold am 28.03.1939 nach Havanna (Kuba), später in die USA (New York). Friedrichstraße 75: Familie Lehmann – Familienzusammenführung. Dort liegen bereits 7 Stolpersteine für die Familie Lehmann, ein Stein auch für Erna Mina Lehmann, verh. Forsch, Tochter von Metzgermeister Salomon Lehmann und Mina Lion. Auch der Bruder Karl Lehmann, Metzgermeister in der vierten Generation, hat in der Friedrichstraße 75 einen Stolperstein erhalten.

 

Siehe auch: Essay von Paul Sachse „Sechs von sechs Millionen – wider den Vogelschiss des Gauland“.

 

Obere-Torstraße 1 - 4 Stolpersteine für Familie Jakob Grünbaum

 

Jakob Grünbaum,

geb. 30.12.1858, als israelitische Religionslehrer lebte er nahezu 50 Jahre in Kuppenheim zusammen mit

 

Therese Grünbaum, geb. Ramsfelder,

geb. 09.03.1866, in der Oberen-Torstraße 1. Der AK Stolpersteine, beabsichtigt für Jakob Grünbaum (Stolperstein 1), seine Ehefrau Therese (Stein 2) und seine Familie weitere vier Steine im Sinne des Künstlers und Initiators Gunter Demnig zu legen.

Der Arbeitskreis möchte mit der Legung 2021 im Gedenken die Familie des Jakob Grünbaum zusammenführen, ihnen jeweils einen sog. „Schlussstein“ setzen. Ein Stolperstein ist auch vorgesehen für den Sohn Ludwig Grünbaum sowie für dessen Ehegatten.

 

Da für das Ehepaar Berta und Max Joseph in Worms bereits je ein Stolperstein liegt, konnte nach Entscheidung der Stadtverwaltung Kuppenheim und der Fraktionsvorsitzenden in Kuppenheim auf diese beiden zusätzlichen Steine verzichtet werden;

Berta Grünbaum, verh. Joseph,
geb. 1891 in Kuppenheim, zog nach der Heirat zu Kaufmann (Getreide- und Futtermittelhandel) Max Joseph nach Worms. Max Joseph kämpfte im Ersten Weltkrieg für den Kaiser und für Deutschland und erhielt für seine Tapferkeit das Verdienstabzeichen EK II. Das nützte ihm nichts, um nach der Reichspogromnacht ins KZ Buchenwald in Schutzhaft genommen zu werden. Berta wurde am 20.03.1942 von Worms ins KZ Lublin-Majdanek in Polen deportiert und ist dort verschollen.

 

Max Joseph,
Jahrgang 1882, Kaufmann, Ehemann von Berta Grünbaum. Max Joseph wurde am 20.03.1942 von Worms ins KZ Lublin-Majdanek in Polen deportiert und ist dort verschollen.

 

Ludwig Grünbaum,
geb. 28.9.1903 in Kuppenheim, Kaufmann von Beruf, verheiratet seit 1936 mit Tilly Grünbaum, geb. Heiser (geb.02.12.1913 in Hof bei Kassel), flohen vor dem nationalsozialistischen Terror am 5. August 1938 aus Worms, drei Monate vor der Reichspogromnacht, nach Niederländisch-Indien und konnten sich somit in Sicherheit bringen. Stein 3.

 

Tilly Grünbaum, geb. Heiser
Jahrgang 1913, Flucht durch Emigration nach Niederländisch-Indien am 05.08.1938. Stein 4

Familie Max Kahn Rheinstr. 14 - 6 Stolpersteine

 

Auch für sie möchte der Arbeitskreis Stolpersteine als sog. „Schlussstein“ setzen. Die Zustimmung der Besitzer des angrenzenden Grundstücks zur Legung der Steine vor ihrem Wohnhaus liegt vor.

 

Max Markus Kahn,

geb. in Kuppenheim am 19.01.1871. Max Kahn war Beamter, Reichsbahnoberinspektor, deportiert am 22.10.1940 ins Lager Gurs/ Frankreich am 22.10.1940, gestorben am 03.08.1942 in Marseille. Die Umstände seines Todes sind nicht bekannt. 

 

Rosa Kahn, geb. Nathan,

Jahrgang 1876, deportiert nach Gurs 1940, überlebt das Deportationslager, Emigration USA

 

Bianca Kahn,

Jahrgang 1903, Flucht durch Emigration in die USA am 23.10.1939

 

Meta Kahn, verh. Weissler,

Jahrgang 1905, Jahrgang 1905, Flucht durch Emigration in die USA am 23.10.1939

 

Flora Kahn,

Jahrgang 1911, Jahrgang 1911, Flucht durch Emigration in die USA am 23.10.1939

 

Senta Kahn,
Jahrgang 1914, Flucht durch Emigration in die USA am 23.10.1939

 

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10 Jahre Arbeitskreis – 68 Stolpersteine gelegt –
Für alle Kuppenheimer Juden ein Stolperstein -

Familien zusammenführen

Der AK Solpersteine kämpft seit Jahren darum, vor dem Haus in der Rheinstraße 9 für die Familien Nathan Kahn und Meier Kahn 15 Stolpersteine legen zu können. Dies war jedoch nicht möglich, weil das Anwohner-Ehepaar seine Zustimmung (wie vom Gemeinderat 2009 gefordert) verweigerte.

 

Darüber hinaus hat der Arbeitskreis bei der Stadtverwaltung die Legung von weiteren 14 Stolpersteinen für 2021 beantragt. Dieses Ansinnen wurde zunächst abgelehnt mit dem Verweis auf einen endgültigen Beschluss des Gemeinderats zum Thema „Stolpersteinlegungen“. Darüber hinaus hat die Stadtverwaltung die Legalität der bisher verlegten 68 Stolpersteine angezweifelt, da 2012 lediglich 8 Stolpersteine vom Gemeinderat genehmigt wurden. Dazu die Fakten:

 

1. Alle Stolpersteinlegungen wurden rechtzeitig bei der Stadtverwaltung beantragt und genehmigt.
2. Die Stadt hat als offiziellen Vertreter jedes Mal (Ausnahme 2019, BM-Stellvertreter war beruflich verhindert) Bürgermeisterstellvertreter Rudolf Jörger (SPD) zu den Legungen geschickt.
3. Der städtische Bauhof hat alle Legungen mit Roland Hampel in hervorragender Art und Weise vorbereitet und begleitet.

 

Rudolf Jörger, vom Bürgermeister zum Koordinator zwischen den einzelnen Gruppierungen berufen, bat den AK-Vorsitzenden Heinz Wolf Anfang des Jahres 2021, eine Liste der noch zu legenden Stolpersteine aufzustellen. Diese wurde innerhalb weniger Tage dem Ausschuss vorgelegt und in zwei Sitzungen abgestimmt.

 

Bei drei Bereichen musste der AK Stolpersteine Abstriche machen:

 

1. Max Joseph und Berta Joseph, geb. Grünbaum, konnten nicht berücksichtigt werden, da für sie bereits in Worms Stolpersteine liegen und somit eine Familienzusammenführung im kleinen Rahmen stattgefunden hat.

2. Auch die in Kuppenheim geborenen Viktor Nöther und Wilhelmine Heimberger, geb. Eichstetter, konnten keine Steine bekommen, da die Daten zu ihren Lebensläufen noch ungesichert sind.

3. Für Heinrich Ridinger (Zeuge Jehova), der in Dachau ermordet wurde und für Arnold Ross, ermordet in der Euthanasiestätte Pirna, hat der Bürgermeister ein alternatives Gedenken vorgeschlagen, was dann auch vom Gemeinderat abgesegnet wurde.

Mit dem Ergebnis kann der Arbeitskreis zufrieden sein. 61 Stolpersteine können in den kommenden Jahren noch gelegt werden, in der Summe dann 129 Steine. Im Rahmen der Familienzusammenführungen werden 22 jüdische Familien, die ihre Wurzeln in Kuppenheim haben, ihre „Schluss-Steine“ erhalten. Ihre Namen werden nicht vergessen, und das Unrecht, das ihnen während der NZ-Zeit geschah, wird im öffentlichen Raum in Erinnerung bleiben.

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Info dazu: BT 17.02.2021 von Markus Koch - Auszüge

 

Verlegung von 61 Stolpersteinen zugestimmt
Kuppenheimer Gemeinderat befürwortet zudem Mahnmal für Bürger, die während NS-Zeit verfolgt wurden

 

Kuppenheim - Der Kuppenheimer Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montag den Weg frei gemacht für die Verlegung von 61 weiteren Stolpersteinen. Damit wird es insgesamt 129 dieser Gedenksteine in der Knöpflestadt geben, die an die einstigen jüdischen Mitbürger erinnern. Vorausgegangen war eine Stellungnahme von Heinz Wolf, Sprecher des AK Stolpersteine, in der sich die Gruppierung von dem Kuppenheimer Künstler Paul Sachse, der mittlerweile in Hamburg wohnt, distanziert.

 

In der Vergangenheit hatten E-Mails von Sachse an Bürgermeister Karsten Mußler und an einige Gemeinderäte die Zusammenarbeit mit dem AK auf eine Belastungsprobe gestellt (wir berichteten). Die Stadt hatte eine weitere Zusammenarbeit von einer Distanzierung des AK von Sachse abhängig gemacht. Heinz Wolf wurde in der Sitzung Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben: „Der Arbeitskreis und insbesondere ich als Sprecher sehen uns unter einem ungeheuren Druck. Einerseits wurde uns mehrfach vermittelt, dass es ohne eine Abgrenzung des Arbeitskreises von Paul Sachses bekannten Auslassungen keine weiteren oder zumindest nur eingeschränkte Stolpersteinlegungen geben werde", führte Wolf aus.

 

Rudolf Jörger, vom Bürgermeister zum Koordinator zwischen den einzelnen Gruppierungen berufen, habe in seiner E-Mail vom 7. Januar an ihn deutlich gemacht, „dass Herr Mußler sein Votum davon abhängig mache, dass ich als AK-Vorsitzender mich von den Äußerungen Sachses distanziere", so Wolf. Sachse andererseits „verunglimpft mich und die anderen vom Arbeitskreis, sollten wir dem von der Stadtverwaltung vorgelegten Kompromiss zustimmen und uns somit von seinen Äußerungen distanzieren, die immer ohne unsere Kenntnis geschahen", verdeutlichte der AK-Sprecher.

 

„Äußerungen von Paul Sachse, die Sie, Herr Bürgermeister Mußler, Gemeinderäte und Vereinsvertreter als persönliche Angriffe oder Beleidigungen empfanden, wurden
und werden vom Arbeitskreis nicht mitgetragen", betonte Wolf. Im Hinblick auf dessen Äußerungen habe es keine Absprache mit Mitarbeitern des Arbeitskreises und Sachse gegeben. Dieser sei seit Ende vergangenen Jahres nicht mehr Mitglied im AK

Dennoch würdige der Arbeitskreis Sachses Beiträge bei Gedenkveranstaltungen, Führungen und beim Betreuen der Stolpersteine. Man schätze dessen Einsatz für eine „würdige Gedenktafel zur Schändung der Kuppenheimer Synagoge". Sachse habe viele Jahre für eine Namenstafel auf dem Synagogenplatz gekämpft, einen künstlerischen Entwurf gestaltet „und musste dann zusehen, wie seine Idee von der KJG im Auftrag der Gemeinde realisiert wurde", sagte Wolf.

 

Im Hinblick auf die Sitzungsvorlage, in der das Engagement der einzelnen Gruppierungen im Hinblick auf das Gedenken gewürdigt wird, fühle sich der Arbeitskreis „was die Anerkennung unseres Engagements anbelangt, eher etwas stiefmütterlich behandelt", monierte er.

 

Anmerkungen des AK dazu:

Es waren die Anträge und die jahrelange Vorarbeit des Arbeitskreises, die zur Debatte im Ratsgremium führten. Es ist unverhältnismäßig, wenn einerseits jetzt das Engagement Anderer besonders hervorgehoben wird, z.B. das alle zwei Jahre stattfindende Gedenken der KJG zur Pogromnacht. Anderseits findet das seit zehn Jahre bestehende Bemühen des Arbeitskreises mit 70 Aktionen und Veranstaltungen, davon 30 Führungen auf dem jüdischen Friedhof und Zeitzeugengespräche mit Kurt Maier (Gurs-Überlebender) und Esther Bejarano vom Auschwitz-Mädchenorchester, kaum Erwähnung.

 

BT: Bezüglich der geplanten Verlegung von 19 Stolpersteinen in der Rheinstraße 9, die vom Eigentümer abgelehnt wird, war im Vorfeld der Sitzung eine geheime Abstimmung beantragt worden. Mit elf Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen und einer Enthaltung verzichtete das Gremium auf dessen Einwilligung, sodass die Steine nun gelegt werden können.

 

Anmerkungen des AK dazu:

In der Rheinstraße 9 waren ursprünglich 15 Stolpersteine geplant. Mit der Aktion „Familienzusammenführung“ werden es nun 19 Steine. Hätte der Gemeinderat 2012 nicht auf sein Wegerecht verzichtet und die Zustimmung der Anwohner verpflichtend gemacht, hätte viel „böses Blut“ vermieden werden können. Umso erfreulicher ist es, dass jetzt endlich die Mitglieder der Familie Nathan Kahn und Meier Kahn ihre Steine der Erinnerung erhalten.

 

BT: Der Rat befürwortete zudem die Errichtung des besagten Mahnmals für Bürger, die unter den Repressalien der Nationalsozialisten gelitten haben und das Schicksal der namentlich bekannten Opfer Arnold Roos und Heinrich Ridinger von einem Historiker im Auftrag der Stadt aufarbeiten zu lassen.

 

Anmerkung des AK dazu:

Der Arbeitskreis hatte die Absicht, für die beiden Opfer des Nationalsozialismus im Sinne des Künstlers Gunter Demnig vor ihren ehemaligen Wohnstätten Stolpersteine zu legen und die Stadtverwaltung um die Wohnadressen bzw. um Genehmigung gebeten. Der Gemeinderat schloss sich dem Vorschlag von Bürgermeister Mußler an, für weitere Opfer des NS-Regimes ein Mahnmal zu errichten, nach entsprechender Recherche durch einen Historiker.

 

Kommentar: Schlussstrich gezogen - von Markus Koch

 

Einen Schlussstrich hat Heinz Wolf unter die Zusammenarbeit des Arbeitskreises


Stolpersteine mit dem Künstler Paul Sachse gezogen. Dieser hatte mit E- Mails an Bürgermeister Karsten Mußler und an Gemeinderäte, die von diesen als beleidigend empfunden wurden, die Zusammenarbeit zwischen dem AK und der Stadt massiv belastet. Wie immer man das Engagement Sachses für das Gedenken an die jüdischen Mitbürger einstufen mag: Mit seiner Vorgehensweise hat er dem Arbeitskreis geschadet, der sich nun von ihm distanziert hat. Dank des Ratsbeschlusses werden nun insgesamt 129 Männer und Frauen jüdischen Glaubens, die einst in Kuppenheim lebten, einen Stolperstein bekommen. Damit sollte ein Schlussstrich unter die Misstöne gezogen sein, die es im Zusammenhang mit dieser Form der Erinnerungsarbeit gegeben hat. Einen Schlussstrich unter das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus darf es hingegen niemals geben.

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Stolpersteine gereinigt
Kuppenheimer Arbeitskreis erinnert an 35 während der Nazi-Diktatur getötete Juden

 

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Kuppenheim (BT) - Am 27. Januar gedachten die Menschen weltweit der Opfer des Nationalsozialismus. Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreit. Das Datum war auch für den Arbeitskreis Stolpersteine jetzt Anlass, einmal mehr aktiv zu werden.

 

Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstands, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiter: Millionen Menschen wurden unter der nationalsozialistischen Gewalt-herrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet, erinnert der AK Stolpersteine. Darunter waren auch 25 Juden aus Kuppenheim, die im KZ umkamen. Weitere zehn starben an den Strapazen im Deportationslager Gurs beziehungsweise in den Nebenlagern.

 

Aus diesem Anlass reinigte der Arbeitskreis Stolpersteine vor dem Haus Friedrichstraße 91 die Stolpersteine der FamilieEemil Kaufmann. Während Emil während der NS-Zeit starb - entrechtet und gedemütigt -, konnten seine Ehefrau Julie und die Kinder Max und Friedrich in die USA fliehen und dem Nazi-Terror entkommen, schreibt der AK in einer Presse-mitteilung. Putzete1

 

Emils Schwestern Fanny, Rosa und Emilie wurden jedoch nach Gurs deportiert und von dort nach Auschwitz zur „Vergasung" im Viehwagen transportiert. Zwei weitere Stolpersteine sollen noch verlegt werden für die Schwestern Julie Kaufmann, verheiratete Hochstetten und für Bertha Kaufmann, verheiratete Klein. Auch ihnen war es möglich, rechtzeitig in die USA fliehen.

 

Fanny Kaufmann, verheiratete Kreuzer, kam am 19. Januar 1942 von Gurs ins Lager Noe, am 1. April 1944 ins Lager Vernet und mit Transport Nr. 75 am 30. Mai 1944 nach Auschwitz, wo sie am 1. Juli 1944 mit 62 Jahren ermordet wurde. Der Transport Nr. 75 umfasste 1.000 Juden, 530 Männer und 470 Frauen, darunter 104 Kinder. Bei der Ankunft in Auschwitz wurden 239 Männer und 134 Frauen zur Arbeit selektiert. Der übrigen Menschen des Transports wurden sofort vergast. Im Jahr 1944 gab es noch 99 Überlebende, darunter 64 Frauen.

 

Rosa Kaufmann, verheiratete Kramer, wurde mit ihrem Ehemann am 22. Oktober 1940 nach Gurs, am 28. August 1942 mit Transport Nr. 25 von Gurs über Drancy nach Auschwitz transportiert und als 57-Jährige umgebracht. Im Transport Nr. 25 befanden sich 1.000 Juden (darunter 280 Kinder unter 17 Jahren), dreiviertel waren Männer.

Emilie Kaufmann, verheiratete Brumlik, erlebte ein ähnliches Schicksal wie ihre Schwestern. Vom Lager Gurs, dann nach Drancy bei Paris und von dort ging der Transport Nr. 74 am 20. Mai 1944 nach Auschwitz. Kurz darauf wurde Emilie ermordet, sie war 55 Jahre alt. Mit dem Transport Nr. 74 wurden 1.200 Personen deportiert, davon 565 Männer und 635 Frauen. Unter ihnen befanden sich 191 Kinder und Jugendliche. 240 Juden waren zuvor aus den Lagern Le Yernet und Noe überstellt worden. Beim Eintreffen in Auschwitz wurden 409 Männer und 247 Frauen zur Arbeit selektiert. Der Rest des Transports wurde vergast. Im Jahr 1945 waren noch 117 Frauen und 49 Männer am Leben. Putzete2

 

„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu linden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken", so die Proklamation der Bundesrepublik Deutsch-land vom 3. Januar 1996. „Niemals wieder 1933 bis 1945", schreibt der Arbeitskreis.

 

Foto: Mahmut Parvaneli ist Muslim und putzt zum wiederholten Mal Stolpersteine vor seinem Wohnhaus. Foto KE

 

Badisches Tagblatt  BT 01. Februar 2021- Bericht des AK Stolperstein

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SA-Sturm zerstörte jüdische Geschäfte
Arbeitskreis Stolpersteine Kuppenheim erinnert an Reichspogromnacht / Friedhof wurde geschändet


Kuppenheim (red) - Der Arbeitskreis Stolpersteine Kuppenheim will das Gedenken an die jüdischen Mitbürger der Stadt wachhalten. AK- Sprecher Heinz Wolf hat einen Beitrag über die Reichspogromnacht verfasst, bei der am 9. November 1938 im ganzen Deutschen Reich Synagogen und jüdische Geschäfte zerstört wurden. In der Knöpflestadt brannte die Synagoge einen Tag später, am 10. November.


Es geschah vor aller Augen, mitten am Nachmittag: 60 bis 70 SA-Männer aus Gaggenau kamen im Lastwagen nach Kuppenheim und wurden vor dem Gasthaus „Sonne" abgeladen. Zum Gaggenauer SA- Sturm 3/111 zählten auch 20 bis 30 Kuppenheimer, die aber nur vereinzelt in ihrer Heimatstadt beim Pogrom mitgewirkt haben. Das Einsatzkommando durchsuchte jüdische Wohn- und Geschäftshäuser nach Waffen und Munition, wie Oskar Stiefvater im Heimatbuch des Landkreises von 1965 beschrieb. Es wurden Fußbodendielen herausgerissen (vermutlich auf der Suche nach Geld und Wertgegenständen), Spiegel zerschlagen und Wäsche aus den Fenstern geworfen. „Dabei wandten sie nach Aussagen mehrerer Zeugen auch körperliche Gewalt an, so wurde die alte Jüdin Dreyfuß gestoßen und getreten. Schräge wurden über die Tische gestürzt, Stuhlbeine zersplitterten an den Türen, die Scherben der Glasvitrinen und des Geschirrs bedeckten den Boden. Kleinmöbel flog mit den Fensterscheiben auf die Straße."

 

Dann brannte die Kuppenheimer Synagoge lichterloh. Nach den Aktionen in den jüdischen Wohnhäusern marschierten die SA-Leute zum jüdischen Friedhof und zündeten den Einsegnungsraum an, rissen Dutzende Grabplatten aus ihren Verankerungen und schlugen sie auf den Boden, bis sie zersprangen. Auch die Namenstafel auf dem Gedenkstein für die jüdischen Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg wurde zerstört. Wenn man bedenkt, dass die Juden ein Grab als Stätte der ewigen Ruhe betrachten, das nicht aufgelöst werden darf, war dieses Vorgehen besonders verletzend.

 

Einen Tag nach der Pogromnacht wurden in Kuppenheim sechs Juden verhaftet. Sie kamen mit einigen Hundert anderen mit dem Zug ins KZ Dachau. Etwa 50 Juden wurden dabei in Viehwaggons hineingetrieben und saßen zusammengepfercht auf dem Boden, ohne genügend Luft zu kriegen und ohne trinken zu können. Aus Kuppenheim wurden deportiert: Hermann Heinrich Dreyfuß, Berthold Herz, Semi Schlorch, Hermann Kahn, Max Dreyfuß und Heinrich Hermann Valfer.

 

Der Karlsruher Ludwig Marx berichtet in seinem 1963 erschienen Buch „Finstere Erinnerungen zur steten Mahnung an die Toleranz" über die Zustände in Dachau. Dort angekommen, „stürmten SS-Posten in den Zug, begrüßten die Ankömmlinge mit üblen Beschimpfungen, Fußtritten und Schlägen mit ihren Gewehrkolben und Fäusten.

Nach stundenlangem Anstehen zum Einkleiden wurden wir (jeweils 300 Mann) hungrig und durstig in Unterkünfte hineingetrieben, die etwa 40 Menschen beherbergen sollten. In diesen leeren Baracken mussten wir auf dem Boden sitzen, jeder den Vordermann zwischen den Beinen, sodass man sich nicht hinlegen konnte. Und wir hatten schrecklichen Durst, aber während der Nacht durften wir die Baracke nicht verlassen, sonst wären wir erschossen worden."

In Dachau wurde den Gefangenen der Kopf kahlgeschoren, sie wurden in Häftlingskleidung gesteckt und sie mussten bei Kälte stundenlang auf dem Exerzierplatz stehen und waren der Willkür der SS-Wachmannschaften ausgeliefert. Mindestens 40 der etwa 2 000 Häftlinge aus Baden und Württemberg fanden den Tod. Einige starben an Entbehrungen und Misshandlungen, andere wurden aus ungeklärten Gründen erschossen.

Nach etwa vier Wochen wurden die Kuppenheimer Häftlinge aus Dachau entlassen, weil sie den NS- Leuten versicherten, dass sie in kurzer Zeit auswandern würden. Fast einen ganzen Tag dauerte das Entlassungsverfahren. Jeder musste eine Erklärung unterschreiben, dass er das Lager bei voller Gesundheit verlasse und keine Ansprüche an das Deutsche Reich stelle.

Den Häftlingen wurden die eigenen Kleider und Habseligkeiten ausgehändigt, dann mussten sie zum letzten Mal in Reih und Glied antreten. Dabei belehrte ein SS- Offizier die Männer: „Ich würde Euch raten, Deutschland so schnell als möglich zu verlassen. Ihr wisst, wir können Euch nicht ausstehen, also hinaus mit Euch, so schnell ihr könnt! Aber eines will ich Euch sagen: Was Ihr hier gesehen habt, müsst ihr verschweigen, sonst holen wir Euch wieder, und dann kommt Ihr nie mehr aus Dachau heraus."

 

Die Bilanz: In vier Tagen wurden etwa 800 Juden ermordet, 400 davon in der Pogromnacht. Mehr als 1 400 Synagogen, Betstuben und Versammlungsräume wurden zerstört, Tausende Geschäfte und Wohnungen demoliert, jüdische Friedhöfe geschändet.

 

Jeder jüdische Bürger mit mehr als 5.000 Reichsmark Vermögen musste in fünf Quartalen 25 Prozent als „Judenvermögensabgabe" an den Staat abgeben. Die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages haben berechnet, dass die sogenannte „Judenvermögensabgabe" rund 1,13 Milliarden Reichsmark betrug, die vorwiegend 1938 und 1939 zu zahlen war. Nach heutiger Kaufkraft sind das etwa fünf Milliarden Euro.

 

Nicht eingerechnet hierbei sind die Kosten für Schäden an den Geschäften und Wohnhäusern, die die Juden darüber hinaus selbst aufbringen mussten. Auch die beschlagnahmten Wertgegenstände wie Gemälde, Schmuck, Uhren und so weiter sind hierbei nicht berücksichtigt.

 

Das Novemberpogrom hatte nicht nur für die einzelnen Betroffenen eine verheerende Wirkung. Auch für viele jüdischen Gemeinden hatte der Staatsterror die Insolvenz zur Folge. Auch die jüdische Gemeinde Kuppenheim war nicht mehr zahlungsfähig.

 

www.juedisches-kuppenheim.de

Der Gedenkstein für die gefallenen jüdischen Soldaten wurde 1938 geschändet. Josef Kahn, 1933 ausgewandert nach Chile, stiftete 1956 eine neue Platte. Foto: Wolf

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„Das hätten wir sein können"

Berührende Führung mit dem AK Stolpersteine durch das „jüdische Kuppenheim"


Kuppenheim - So kann man eine Führung auch gestalten: Statt Jahres- und Opferzahlen zu verlesen und die anonymen Nazis zu verdammen, schuf Heinz Wolf eine Stimmung des Mitgefühls für die jüdischen Bürger von Kuppenheim. Da in der Stadt noch Wohnhäuser stehen, konnte an Ort und Stelle eine besondere Nähe zu den Menschen entstehen, die Nachbarn gewesen waren und binnen weniger Jahre Opfer des Holocausts wurden.

 

Führung 22.10.2020 KEDoch zunächst fand sich am Sonntag bei schönstem Herbstwetter ein gutes Dutzend Interessierte am Synagogenplatz in der Löwengasse/Ecke Hildastraße ein. Hier hatte sich schon Musiklehrer Gerold Stefan mit seiner Klarinette aufgestellt, um die Gruppe mit verschiedenen Klezmer-Stücken zu unterhalten.

 

Heinz Wolf vom Arbeitskreis Stolpersteine erläuterte zunächst mithilfe von Bildern die Geschichte der Juden in Kuppenheim. Nach der Ersterwähnung 1433 bildete sich eine kleine Gemeinde, die anwuchs, als das Städtchen 1580 Marktrecht beantragte. Denn Juden wurden für Handel und Geldverleih, überhaupt für Wirtschaftsbeziehungen benötigt. Dass sie auch Steuern zahlten, wie das Pflastergeld, zeugt von Vermögen; die Sandsteinplatten in der Rastatter Schilfstraße sollen vom Pflastergeld der Juden bezahlt worden sein, in Kuppenheim verhielt es sich ähnlich. Eine Synagoge wurde gebaut, daneben eine Judenschule und eine Remise für den Leichenwagen, mit dem Verstorbene zunächst zum Brunnen auf der Friedrichstraße gebracht wurden zwecks ritueller Reinigung; dann ging es weiter zum jüdischen Friedhof außerhalb der Stadt.

 

In den 1840er Jahren wanderten auch viele jüdische Kuppenheimer aus, meist nach Amerika. In der Kaiserzeit verließen die jüdischen Geschäftsleute die enge Judengasse (heute Leopoldgasse) und gründeten großräumige Geschäfte in der Rhein- und der Friedrichstraße. 1933 gab es zehn jüdische Geschäfte: Eisenwaren, Manufakturwaren, Metzgerei.

Führung 22.10.2020 KE 1

Dass Juden wie selbstverständlich auch im Ersten Weltkrieg mitkämpften, davon zeugt ein Kriegerdenkmal auf dem jüdischen Friedhof, das Josef Kahn gestiftet hatte.

 

Ab 1933 begann die angeordnete Ausschaltung der jüdischen Mitbürger, die Parole „Kauft nicht bei Juden" entzog ihnen die wirtschaftliche Grundlage. Einigen Familien gelang die rechtzeitige Auswanderung, vor allem junge Leute ließ man ziehen und zog ihr Vermögen ein. Als am 10. November 1938 SA-Leute aus dem Raum Gaggenau den jüdischen Friedhof schändeten, die Synagoge anzündeten und jüdische Geschäfte plünderten, war es schon zu spät. Die 16 verbliebenen Menschen mussten am 22. Oktober 1940, ohne vorherige Ankündigung, in Windeseile packen, 50 Kilo und 100 Reichsmark durften sie mitnehmen. Immerhin wurden sie zum Versammlungsplatz vor der Turnhalle geführt, ohne - wie in Rastatt - bespuckt zu werden. Stillschweigend schauten die Kuppenheimer hinter den Vorhängen zu.

 

Wer am Sonntag mitging, musste unwillkürlich denken: „Das hätten wir auch sein können, meine Familie, meine Eltern und Kinder." Hier wurden Menschen deportiert, mit denen man zuvor über Generationen zusammengelebt hatte.

 

6500 Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland wurden nach Gurs transportiert, wo sie in einem aufgelassenen Flüchtlingslager menschenunwürdig untergebracht wurden. Viele erkrankten und starben auf dem Transport oder im Lager, die Übrigen wurden später in Vernichtungslager gebracht. Einigen gelang mithilfe von Franzosen oder Spaniern die Flucht. Von den letzten Kuppenheimer Juden haben fünf überlebt: Max und Fanny Dreyfuß, Ilse und Ludwig Schlorch sowie Ludwig Kahn.

 

 Führung 22.10.2020 Gerold Stefan 4

Der seit 2010 bestehende Arbeitskreis Stolpersteine stellt sich zwei Aufgaben: das Gedenken wachzuhalten und den Anfängen zu wehren. Neben der Verlegung von Stolpersteinen sollen Vorträge und Konzerte die Erinnerung an jüdisches Leben in Kuppenheim wachhalten - und so lebendige Führungen wie die vom Sonntag.

 

Heinz Wolf führt durch das „jüdische Kuppenheim"- Foto: Irmgard Stamm


Badisches Tagblatt BT DIENSTAG, 27. OKTOBER 2020 Von Irmgard Stamm

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Arbeitskreis erinnert an bewegte Geschichte
Gedenken bei Führung auf jüdischem Friedhof

 

Kuppenheim (BNN). Mehr als 40 Interessierte aus Kuppenheim und Umgebung sind zur Führung auf dem jüdischen Friedhof Kuppenheim, veranstaltet vom örtlichen Arbeitskreis Stolpersteine, gekommen. Schwerpunkt der Begehung war das Gedenken an die Schändung des Ehrenmals für die gefallenen jüdischen Soldaten im Ersten Weltkrieg. Im tapferen Kampf für Kaiser und deutsches Vaterland haben Julius Grünbaum, Karl Dreyfuß, Ludwig Herz, Joseph Kahn und der nach Baden-Baden verzogene Moses Dreyfuß ihr Leben gelassen.

 

NS-Regime zerstört Gräber und Ehrenmal

 

Die SA- Schergen haben darüber hinaus dutzende Grabplatten aus jüdischen Grabsteinen gerissen und zertrümmert, von Juden aus Kuppenheim und anderen Gemeinden, die über Jahrzehnte zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben ihrer Heimatgemeinden gehörten. Sie waren Deutsche mit all ihren Rechten und Pflichten.

Neben dem Niederbrennen der Kuppenheimer Synagoge in der Löwengasse und dem barbarischen Wüten in den jüdischen Wohn- und Geschäftshäusern, zerstörten die Nationalsozialisten auch die Einsegnungshalle auf dem jüdischen Friedhof. Dann wurden auch noch sechs angesehene jüdische Geschäftsleute verhaftet und ins Konzentrationslager Dachau deportiert. In Prittelbach ermordete die SS Heinrich Dreyfuß. Zur Abrundung der abstrusen NS-Strategie bürdete die NS-Regierung der jüdischen Gemeinde Kuppenheim noch die Kosten der Pogromnacht auf.

 

Die Reichspogromnacht war auch für die neun überlebenden jüdischen Soldaten des Ersten Weltkrieges Wendepunkt in ihrem bürgerlichen Leben. Entweder mussten sie fliehen, so Berthold, Karl und Max Dreyfuß, Alfred Maier sowie Berthold Herz oder sie kamen in Deportations- und Konzentrationslagern ums Leben. Semi Schlorch von der angesehenen Eisenwarenhandlung „Herz und Schlorch" wurde in Auschwitz ermordet, Salomon Kuppenheimer und Adolf Kahn starben in Gurs.

 

Der Arbeitskreis Stolpersteine beabsichtigt mit all seinen Aktionen - etwa Führungen auf dem jüdischen Friedhof, den mittlerweile sieben Stolpersteinlegungen und den Stolpersteinreinigungen zu den einzelnen Gedenktagen, den Konzerten und Lesungen sowie den Vorträgen - auf das Schicksal der jüdischen Minderheit hinzuweisen, an die vertriebenen und ermordeten Mitbürger zu erinnern und vor allem zu mahnen, dass so etwas nie wieder passieren würde. Der Vorfall in Hall" und all die Angriffe auf Synagogen, Juden und Mitgliedern anderer Minderheiten, sollen Mahnung sein für ein menschliches, weltoffenes und tolerantes Deutschland, für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in diesem Land, ungeachtet ihrer Weltanschauung, Religion, Kultur oder Hautfarbe, so der Arbeitskreis. Die Veranstaltungen seien insbesondere an junge Menschen gerichtet.

 

ZAHLREICHE INTERESSIERTE aus Kuppenheim und Umgebung beteiligten sich an der Führung. Foto: Wolf/pr

 BNN; Dez.2019

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Kurt Maier erhält Verdienstkreuz


Kurt Maier arbeitet seit mehr als 46 Jahren in der Bibliothek des US-Kongresses in Washington. Der gebürtige Badener ist unermüdlich: Mit- 89 Jahren erscheint er noch immer jeden Morgen um 7 Uhr zum Dienst - nachdem er daheim im Fitnessraum Sport gemacht hat. Auch am Wochenende ist Maier oft in der Kongressbibliothek, um neue Bücher zu lesen. Sein Wissensdurst ist nicht zu stillen, sein Elan ungebrochen. Dahinter steht eine bewegende Lebensgeschichte, mit der er stuf besondere Weise umgeht: Dafür wurde Kurt Maier am Montag in Washington mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

 

Maier wurde am 4. Mai 1930 in Kippenheim in Baden-Württemberg geboren. Er war zehn Jahre alt, als er mit seiner jüdischen Familie in ein Internierungslager der Nazis deportiert wurde, von wo aus viele andere weiter nach Auschwitz gebracht wurden. Doch die Maiers hatten Glück. Mit der Hilfe vor» Verwandten in den USA konnten sie ausreisen und in den Vereinigten Staaten ein neues Leben anfangen.

 

Seit 1947 hat Maier die amerikanische Staatsbürgerschaft. Seine Eltern wollten angesichts der düsteren Vergangenheit nie zuriefe nach Deutschland, doch Kurt Maier hat nicht mit seiner Heimat gebrochen „leb bin seit fast 80 Jahren weg aus Deutschland und. trotzdem zähle ich immer noch auf Deutsch, denke ich noch auf Deutsch, rede ich mit mär selbst auf Deutsch, sagte Maier am Donnerstag in Washington. Ein leichter badischer Einschlag ist bei ihm nicht zu überhören.

Seit Anfang der 1990er Jahre reist Maier regelmäßig nach Deutschland, um in Schulen und Kirchengemeinden von der Vergangenheit zu erzählen und gegen das Vergessen anzukämpfen Er spricht nicht auf beklemmende Art von damals, sondern wach und zugewandt. Mit Anekdoten und bisweilen sogar mit dem ihm eigenen trockenen Humor.

Die deutsche Botschafterin in den USA, Emily Haber, sagte bei der Auszeichnung, Maiers Engagement sei „tief bewegend und inspirierend". Er habe sich für Versöhnung entschieden anstelle von Hass.

 

BNN , Dez. 2019

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Das jüdische Kuppenheim

Führung erinnert an die Vergangenheit der Knöpflestadt seit dem frühen 15. Jahrhundert

 

Auf zwei gedanklichen Säulen ruht der Arbeitskreis Stolpersteine Kuppenheim: Zum einen ist es das Gedenken an alle jü­dischen Mitbürger der Stadt, die wäh­rend der Nazidiktatur aus ihrem Leben gerissen wurden, sei es durch Ermor­dung, durch Deportation oder weil sie flüchten mussten. Der zweite ist „Wehret den Anfängen". „Wir müssen die junge Generation sensibilisieren für die Anzeichen, wenn Minderheiten Unrecht ge­schieht". Deshalb hat der Arbeitskreis Stolpersteine ein ganzes Netzwerk auf­gebaut, zu dem auch die Schulen gehö­ren. 65 Führungen, Konzerte, Gedenkfei­ern und Zeitzeugengespräche haben Heinz Wolf und der AK Stolpersteine Kuppenheim in den vergangenen zehn Jahren organisiert. Am Sonntag kam eine weitere Führung dazu, ein „Rundgang durch das jüdische Kuppenheim", den er bereits zum vierten Mal anbot.

 

„Wir müssen die junge Generation sensibilisieren.“ Heinz Wolf, AK Stolpersteine.                                                                      

Es ist der Sonntag nach dem Gedenktag „80 Jahre Deportation nach Gurs", wohin am 22. Oktober 1940 auch die verbliebenen 16 Kuppenheimer Juden abtransportiert wurden. Zu den 16, damals noch in Kuppenheim wohnenden jüdischen Mitbür­gern, zählt Heinz Wolf vom AK Stolper- steine auch die, die aus beruflichen oder familiären Gründen in andere Städte ge­zogen sind. Insgesamt rechnet er, dass 32 Kuppenheimer Juden nach Gurs ge­bracht wurden. Das Lager am Fuße der Pyrenäen und die Transporte in die Vernichtungslager Auschwitz und Sobibor überlebten nur fünf. Am Synagogen­platz, wo bis zur Reichpogromnacht 1938 die Synagoge und die Judenschule stan­den, erinnern heute ein Gedenkstein und ein gelber Stern.

 

Dort nahm die Führung ihren Ausgang, die tief ins Mittelalter zu­rückführte, begleitet von Klezmer-Klängen aus der Klarinette Gerold Stefans, Musiklehrer an der Gaggenauer Musik­schule. 1403 durfte der damalige Mark­graf erstmals mit Erlaubnis des Kaisers Schutzjuden gegen Gebühr aufzuneh­men. 1433 gab es dann die ersten nament­lichen Erwähnungen.

 

Als die Stadt am Rande des Schwarzwaldes dann 1580 das Marktrecht erhielt, wuchs die jüdische Bevölkerung. Denn Juden durften Vieh­handel treiben, ein wichtiger Standort­faktor in der bäuerlichen Umgebung für den aufstrebenden Marktort. 1789 wurde die erste Synagoge gebaut, dann kam die Judenschule dazu. Es gab neben diesen beiden Einrichtungen auch ein rituelles Bad und den zentralen jüdischen Fried­hof.

 

Die ersten Grablegungen datieren auf das Jahr 1694. Die Juden in Kuppenheim waren um 1700 meist arm und lebten be­scheiden, wie es der damalige Amtmann erhoben hat. 1830 waren sieben Prozent der Knöpflestadt Juden, 1924 waren es noch 2,4 Prozent. Im 18. und 19. Jahrhun­dert, bis die jüdischen Mitbürger 1872 die bürgerliche Gleichstellung erhielten, wanderten viele nach Amerika aus.

 

57 Stolpersteine verlegte der Künstler Gun­ter Demnig bereits in Kuppenheim. Im kommenden Frühjahr sollen 15 weitere Steine dazukommen: In der Rheinstraße und der Oberen Torstraße. Auf den hand­gravierten Messingplatten stehen Name, Geburts- und Sterbedatum oder ob je­mand verschollen ist und sein Schicksal. „Damit geben wir den Menschen ihren Namen zurück, holen sie als Menschen mit ihrem persönlichen Schicksal in die Erinnerung zurück".

 

Gemeinderat Tonio Reuter möchte im Gemeinderat anregen, dass das Wege­recht der Eigentümer in Bezug auf die Verlegung von Stolpersteinen per Mehrheitsbeschluss aufgehoben wird, damit alle Kuppenheimer Juden einen Stolper- stein bekommen.

 

Gedenkstein am Synagogenplatz: Heinz Wolf (links), Arbeitskreis Stolpersteine Kuppenheim, und die Teilnehmer der Führung lauschen den Klezmer-Melodien von Gerold Stefans Klarinette.                   Foto: Martina Holbein

 

BNN Dienstag, 27. Oktober 2020   KULTUR REGIONAL

Von unserer Mitarbeiterin Martina Holbein

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70 Veranstaltungen/Initiativen seit der Arbeitskreis-Gründung 2010

AK Stolpersteine Kuppenheim vielfältig engagiert.

 

Der Arbeitskreis legt nicht nur Gedenk-steine, er organisiert auch Veranstaltungen, die sich mit der Geschichte der Juden und der NS-Diktatur befassen. Sechsmal wurden Stolpersteinreinigungen durchgeführt unter reger Beteiligung der Kuppenheimer Schulen (Werner-von-Siemens-Realschule und der Werkrealschule) sowie mit jungen Muslimen und Mitarbeitern des Arbeitskreises.

 

Das Legen von Stolpersteinen dient nicht nur als Mahnung an die Jugend und an alle, die Ausgrenzung von Minderheiten  und Andersdenkender wachsam sein. Der Arbeitskreis wirbt für Toleranz und Menschlichkeit und kooperiert mit mehreren Schulen und über ein intensives Netzwerk mit 30 Gruppen und Organisationen, was die Arbeit erleichtert und den Wirkungsgrad erweitert.

 

Mehrere Gedenkveranstaltungen wurden organisiert zur…


- Deportation der letzten Kuppenheimer Juden nach Gurs 1940 (2015, 2020 – 80 Jahre)
- Reichspogromnacht 1938  (2018 – 80 Jahre)
- Auschwitz-Befreiung 1945 (2020 – 75 Jahre)

 

Acht Konzerte finanzieren Stolpersteine und informieren zum Thema

Höhepunkte der Aktivitäten waren jedoch die gut besuchten Konzerte mit

- Alexandra Mikulska (Chopin) im Bürgersaal Kuppenheim
- Microphone Mafia mit Esther Bejarano (klag und Jahnhalle Gaggenau, Reithalle Rastatt)
- Sinteza-Musik mit Dotschy Reinhardt im klag Gaggenau
- Auch die drei Klezmer-Konzerte mit Jontef in Kuppenheim begeisterten das Publikum


Gut besuchte Vorträge mit Zeitzeugen und Geschichtsprofis - Sieben Vorträge informierten über

- das Konzentrationslager Auschwitz mit Sophie Uhing (soz. Jahr in Oswiecim/Auschwitz)
- über jüdische Soldaten im Ersten Weltkrieg (mit Paul Sachse und Kurt Hochstuhl) und
- zum Weltfrauentag „starke jüdische Frauen aus Baden-Baden“ mit Angelika Schindler
- Kurt Maier aus Washington berichtete sogar viermal über seine Kindheit in Kippenheim 

  (bei Lahr) und seine Erlebnisse im Deportationslager Gurs, der Vorhölle von Auschwitz

 

Lesungen über die NS-Zeit 1933 bis 1945

 

  • Daneben informierte der Arbeitskreis mit insgesamt sieben Lesungen über die NS-Zeit und Auswirkungen auf das Leben von Minderheiten und verfolgten Menschen:

  • - Esther Bejarano vom Auschwitz-Mädchenorchester referierte im klag und in der Jahnhalle  
  •   (vor 250 Schülern) und in der Aula des LWG Rastatt (vor 500 Schülern).
    - Dotschy Reinhard berichtete über Sinti + Roma unter dem NS Regime (klag und in der
  •   Jahnhalle Gaggenau).
    - Die Stuttgarter Schauspielerin Bozena Zolynska las aus dem Buch von Hauptmann Wilm
  •   Hosenfeld, der dem Pianisten Wladyslaw Szpilmann während des Aufstandes im  
  •   Warschauer Ghetto das Leben rettete. Die bekannte Pianistin Aleksandra Mikulska besorgte
  •   die musikalische Begleitung (Chopin).
    - Schließlich berichtete der Gausbacher Ortsvorsteher Achim Rietz aus seiner „Dorfchronik
  •   einer verlorenen Generation“ und schilderte das Leben von Wehrmachtssoldaten,
  •   Fahnenflüchtigen und Euthanasieopfern, begleitet von Hennes Wunsch und Horst Stelzer
  •   mit auflockernder Musik.

 

30 Führungen zum Jüdischen Friedhof und zum "jüdischen Kuppenheim"

 

Führungen rundeten das Betätigungsfeld des Arbeitskreises ab. 30mal begleitete Heinz Wolf Schüler- und Erwachsenengruppen auf dem Jüdischen Friedhof Kuppenheim. Die Gruppen kamen aus Bitola (Nord-Mazedonien), Durmersheim, Gernsbach, Gaggenau, Bad-Rotenfels, Baden-Baden, Rastatt, Kuppenheim und zuletzt aus Muggensturm sowie aus der gesamten Region. Auch einzelne Besucher wurden über den Friedhof geführt: Sie kamen aus Hamburg, Kanada, Israel und aus den USA.

 

Der AK Stolpersteine Kuppenheim ist seit diesem Jahr Kooperationspartner mit der Nordschwarz-wald-Naturparkschule Realschule Gaggenau. In diesem Zusammenhang wird jedes Jahr den vier neunten Klassen der jüdische Friedhof Kuppenheim nähergebracht und intensiv auf das Schicksal der jüdischen Minderheit in der Region eingegangen.

 

Jüdisches Kuppenheim

 

Vier Führungen zu „jüdisches Kuppenheim (u.a. am Tag der Jüdischen Kultur sowie zu 80 Jahre Gurs-Deportation) wurden ebenfalls von Wolf geleitet.

 

KZ Natzweiler-Struthof

 

Eine Informationsfahrt zum KZ Natzweiler-Struthof in den Vogesen wurde in Kooperation mit dem Stolperstein-Verein Rastatt durchgeführt.

 

Raon L’Etape: Besatzung - Juden

 

Führung in Raon-L’Etape und La Neuveville-les-Raon: jüdischer Friedhof und Deportation der Juden – deutsche Besatzung 1940 bis 1944 – Aktion „Le Waldfest“ – Zwangsarbeit in Heidelberg – totale Zerstörung geplant. Der Arbeitskreis veröffentlichte dazu ausführliche Berichte: 8x im Kommunalecho, je 4x im Badischen Tagblatt und in den BNN.

 

Gedenkfeiern - Arbeitskreis in der Region vernetzt

 

Beteiligungen bei Stolpersteinlegungen und Gedenkfeiern in Malsch, Rastatt, Gaggenau sowie beim KZ-Außenlager Rotenfels.

 

Sieben Stolpersteinlegungen und viele Stolperstein-Reinigungen

 

68 Stolpersteine wurden zwischen den Jahren 2013 und 2019 an 12 Standorten gelegt. 61 weitere Stolpersteine werden in den kommenden Jahren in den Gehweg eingelassen. Dann werden in Kuppenheim 129 Stolpersteine als sog. „Schluss-Steine“ an 22 jüdische Familien erinnern und an öffentlichen Orten an ihr Schicksal während des nationalsozialistischen Terror-Regimes gedacht. Stolpersteine geben den zumeist namenlosen Opfern ihren Namen zurück.

 

Schließlich unterstütze der Arbeitskreis Ulrich Behne aus Gaggenau bei Verfassen seines Buches „verstreute Spuren – verblasste Erinnerungen“.

 

Dezember 2020

 

                  


 

 

 

 

 


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