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Friedhof 06 09 2020 klein

Stolpersteinreinigungen

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Stolpersteinreinigung mit muslimischen Jugendlichen

           

Samstag, 2. März, 2019, 11 Uhr

 

61 Solpersteine wurden bisher in Kuppenheim verlegt. Diese sind vor verschiedenen Häusern im Boden versenkte Gedenktafeln, die an das Schicksal der Juden erinnern, die in der Zeit des Holocaust gedemütigt, entrechtet, verfolgt, ermordet oder vertrieben wurden. Sie lebten in Kuppenheim in der Friedrich-, Murgtal-, Schloss- oder Rheinstraße in friedlicher Nachbarschaft zu christlichen Mitbürgern über Jahrzehnt und in den Nebenstraßen über Jahrhunderte.

 

Am kommenden Samstag, 2. März, 11 Uhr, trifft sich der Arbeitskreis Stolpersteine Kuppenheim mit muslimischen Jugendlichen, um gemeinsam Stolpersteine zu reinigen. Sie wollen damit ein Zeichen setzen gegen Antisemitismus und den verfolgten Juden Respekt zollen.

 

Familie Kaufmann, Friedrichstraße 91

 

Die Stolpersteinreinigung beginnt in der Friedrichstraße 91, vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Kaufmann Kaufmann. Das Ehepaar hatte 12 Kinder, von denen vier im frühen Kindesalter verstarben. Emil erlebte noch drei Jahre die Schikanen und den Terror des NS-Regimes, bis er als 65-Jähriger in Kuppenheim verstarb. Seine Ehefrau Julie Julchen, geb. Lehmann, konnte nach dem Tod des Ehemannes zu ihren drei Söhnen Max und Friedrich in die USA emigrieren. Fanny und Emilie wurden im KZ Auschwitz vergast, Rosa kam ins Lager Gurs, von dort in ein KZ nach Polen, sie wurde 1945 für tot erklärt. Die Lebensstationen von Marie, Bertha, Julie und Moses Arthur sind noch nicht endgültig recherchiert.

 

Familie Hermann Kahn, Friedrichstraße 79

 

Die nächste Station ist die Friedrichstraße 79. Hier lebte der Viehhändler Hermann Kahn mit seiner Ehefrau Paula und den vier Kindern.

 

Dr. Manfred Geck, der gegenüber wohnte, hatte guten freundschaftlichen Kontakt zu den Söhnen der Familie Hermann Kahn (insbesondere zum jüngsten Familienmitglied Siegfried), spielte mit diesem, „spengelte“ mit ihm durch die Altstadtgassen. Und es gab auch mal richtigen Streit. „Aber am Abend waren wir wieder versöhnt“, erinnerte sich der 2016 verstorbene Zeitzeuge.

 

Verhaftung uns Demütigung – erzwungene Flucht

 

Nach der Zerstörung der Kuppenheimer Synagoge in der Reichspogromnacht am 10. November 1938 (in Kuppenheim einen Tag später) wurde er mit fünf anderen Kuppenheimer Juden (Max Dreyfuß, Semi Schlorch, Berthold Herz, Heinrich Dreyfuß, Heinrich Hermann Valfer) von den Nationalsozialisten in Schutzhaft genommen und ins KZ Dachau verschleppt. Am 6. Dezember 1938 kehrte er von dort nach Kuppenheim zurück.

 

Nach dem frühen Tod der Mutter heiratete Hermann Klara Kaufmann und wanderte mit ihr am 23. Mai 1939 nach Buffalo (USA) aus. Nicht nur Hermann Kahn, sondern auch seine drei Söhne Leo, Joseph und Siegfried konnten Kuppenheim rechtzeitig verlassen, gaben ihre angestammte Heimat, ihr Wohnhaus, ihre Freunde und Bekannten auf, um sich vor den nationalsozialistischen Mördern in Sicherheit zu bringen. Der AK Stolpersteine Kuppenheim legte für die Familie im Jahr 2016 fünf Stolpersteine.

 

Weitere Stationen, wo Stolpersteine gereinigt werden, sind: Friedrichstraße 75, 86, 94 und 98.

 

Interessierte Bürger und vor allem Jugendliche sind herzlich eingeladen, an der Aktion teilzunehmen.

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