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Friedhof 06 09 2020 klein

Name und Ort

  • Jüdische Namen auf den Grabsteinen mit Bezug zu Kuppenheim
  • Ortsregister des jüdischen Friedhofes Kuppenheim

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Jüdische NAMEN auf den Grabsteinen
(Bezug zum jüdischen Friedhof Kuppenheim)


Für Männer sind die Vornamen der drei Urväter Abraham Isak und Jakob sehr beliebt, dann aber auch andere biblische Namen wie Moses, David, Samuel....

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, mit stärkerer Assimilation und wachsendem Selbstbewusstsein, sind germanische Namen wie Siegfried (Gräber Nr. 545, 973, 975, K 22, K 32, K 44 K 49), Siegbert oder Sigmund häufig.

Juden wählen in der Diaspora nichtjüdische Namen. Der bürgerliche Name ist identisch mit dem hebräischen, wenn es sich um geläufige Namen wie Moses oder David handelt. Andere Namen werden übersetzt, wie Benedikt für Baruch, beides heißt „gesegnet“.                                                                                                       

 
In Kuppenheim ist der bürgerliche Name aber meist Bernhard (z.B.  Grab 551). Ferner steht Hirsch für Zvi (z.B. Grab 425 links), wie überhaupt Tiernamen wie Arie/Leo/Löw/Löb (325) beliebt sind. Der Name Dov, auf Deutsch „Bär“ ist in Deutschland aus verständlichen Gründen nicht verbreitet Wir finden ihn auf Grab 367, wo der deutsche Name Behr lautet, und Grab 892, wo der deutsche Name Berthold ist wobei die erste Silbe an „Bär“ anklingt.

Frauen trugen neben den Namen der Urmütter Rachel Rebekka, Sara und Lea häufig in der Zeit übliche Namen wie Malche/Malka, Dina, Fanni, Fradel, Gitel, Schönle, Blümle, Veigel für das hebräische Zippora, Beile usw. In Kuppenheim ist auch der Name Maria beliebt, wir finden ihn neun Mal. 


Um 1810 wurde das Personenstandsrecht neu orga­nisiert. Wer noch keinen Familiennamen hatte, musste jetzt einen annehmen, oder man konnte seinen bisherigen Namen ändern.

Eine Namenskategorie sind die Herkunftsnamen, die von Städten oder Ländern abgeleitet sind.
 

Dazu gehören in Kuppenheim z. B. Namen wie Auerbacher, Augsburger, Bodenheimer, Braunschweiger, Durlacher, Oestreicher und Kuppenheimer, der vierzehn Mal vorkommt.

Dreyfuß ist eine Verballhornung von Treves-Castra Treverorum (Trier). 


Manche Juden wählten allerdings den Namen einer berühmten Gemeinde, obwohl sie nicht von dort stammten.

Andere Namen leiten sich von dem Vornamen des Vaters oder eines Vorfahren ab, wie Bär, David, Herz, Hirsch oder Wolf.

Der Name Maier hat nichts mit Milchwirtschaft zu tun; es ist die verdeutschte Form von Meir, der Erleuch­ten 


An Berufsbezeichnungen finden wir recht häufig Kauf­mann und einmal Chalfan (199).

Beliebt sind schöne Namen, wie z. B. Stern, Blumenthal, Edelschild, Rosenthal.

Nicht immer konnten die Juden ihren Familiennamen frei wählen. Manche Beamten forderten Geld für die Ver­gabe eines „normalen“ Familiennamens. War man nicht bereit oder nicht in der Lage, den antisemitischen Beamten zu bestechen, vergab dieser Willkürnamen.

In Kuppenheim gehören zu dieser Kategorie die Namen Bakofen (668) und Blutstein (K 41).

Andere Familiennamen in Baden sind Mecca, Monatt, Groshut, Bernadiener, Bratspies, Jupiter, Kochlöffel, Goldlust, Fingerhut.

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Ortsregister des Jüdischen Friedhofes Kuppenheim


Insgesmat sind auf dem Friedhof 1054 Grabsteine vorhanden
(1009 Erwachsenengräber und Kindergräber).

Laut Register gibt es 373   Grabstellen.

Bei 373 Grabsteinen ist der  Nachname unbekannt.

Bei 895 Grabsteinen ist der  Nachname bekannt

Die einzelnen Grabsteine (Ewachsenen- und Kindergräber), den einzelnen Orten zugeordnet. Es sind nicht alle Orte erwähnt.


Baden-Baden  (33 +10 Kindergräber), 1921 eigener Friedhof, wieder seit Jahren genutzt (Baden-Baden hat eine große jüdische genmeinde, insbesondere wegen der "Kontingentjuden" aus der ehemaligen UdSSR)

Bühl  (64), ab dem Jahr 1833 eigener Friedhof

Ettlingen  (65 + 5 Kindergräber), kein eigener Friedhof)

Gaggenau  (1), Nathan Kahn, Grab 1054

Gaggenau-Hörden  (75 + Kindergräber)

Gernsbach (69), kein eigener Friedhof)

Karlsruhe  (5 + 3), Grötzingen Grabsteine), 1723 erster Friedhof in Karlsruhe

Kuppenheim (115 Erwachsenengräber Kuppenheiemer Juden, 19 Kindergräber)


Lichtenau (34, keine Kindergräber), ab 1830 eigener Friedhof Rheinau-Freistett

Malsch (233+7 Kindergräber), 1929 letzte Beerdigung

Muggensturm (45+1 Kindergrab)
Grab 889 Ludwig Herz, geb. in Kuppenheim, gest. 1927

Rastatt (77 + 1 Kindergrab), eigener Friedhof 1881

Rastatt-Niederbühl Stefen Stefan Benko, christlich polnischer Zwangsarbeiter, gest. 10.04.1943, Grabstein 1072

Rheinau-Freistett (12), eigener Friedhof 1830

Rheinau-Rheinbischofsheim (23), Friedhof Freistett

Rheinmünster-Schwarzach (11), Friedhof Freistett

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