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Friedhof 06 09 2020 klein

Friedrichstraße 98 - 4 Stolpersteine

 

 

Kahn Ludwig, geb. 26.12.1873 in Kuppenheim

 

Ludwig Kahn betätigte sich in Kuppenheim und in der Region als Viehhändler. Er war geschäftlich erfolgreich, und es gab nie eine Klage wegen eines schlechten Handels. Er heiratete am 07.05.1901 Amalie (Malchen) Kahn geb. Bodenheimer (geb. 16.10.1887) aus Bretten. Die Eheleute wurden am 22.10.1940 nach Gurs und in verschiedene Lager in Südwesten Frankreichs interniert. Ludwig Kahn überlebte das Lager. 1946 lebte er in Lacaune (Frankreich) und will zunächst nach Kuppenheim zurück. Dann entschloss er sich, zunächst nach  Santiago de Chile (1949) zu übersiedeln, um später nach Buffalo (USA) zu gehen.

 

O  Siehe Stolpersteinlegung 2013

 

O  Siehe Zeitzeugenberichte

O  Siehe Presseberichte 2013

O  Siehe Bericht von Dr. Ingo Stader: Ludwig Kahn und die Sparkasse Kuppenheim

O  Siehe „Projekt Stolpersteine“ in swr2 „Stolpersteine zum Hören“ –                        

     Bericht über Ludwig Kahn

http://www.swr.de/swr2/stolpersteine/menschen/ludwig-kahn-kuppenheim/-/id=12117596/did=15472806/nid=12117596/tuosqr/index.html

 

Stolperstein für Amalie (Malchen) Kahn, geb. 27.04.1877

 

Bereits im Jahr 2013 legte der Arbeitskreis vor dem Wohnhaus der Eheleute Ludwig und Amalie Kahn einen Stolperstein für den Viehhändler Ludwig Kahn

 

Amalie Bodenheimer, geb. am 27. April 1877 in Bretten, heiratete am 7. Mai 1901 den Viehhändler Ludwig Kahn. Die Eheleute hatten vier Kin­der, die jedoch nicht lange lebten. Amalie Kahn verstarb am 27.04.1939. Da die Geschäfte des Ehemannes gut gingen, verfügten die Eheleute über einen gewissen Wohlstand und konnten sich sogar ein „Hausmädchen leisten.

 

April 1939. Luise Walz aus Kuppenheim bestellte von 1930 bis zur ihrer Hoch­zeit den Haushalt der Familie Kahn. Luise Walz erinnerte sich: „Ludwig und Amalie Kahn hatten bescheiden gelebt. Der Viehhändler Ludwig Kahn war mit seinem Fahrrad immer unterwegs und machte gute Ge­schäfte." Luise Walz teilte sich mit der Hausherrin die Arbeit im Garten. Auch im Haushalt gab es ein angenehmes Arbeitsklima. „Die Kahns waren ehrliche, anständige und freundliche Arbeitge­ber und Mitbürger.“

 

Ludwig Kahn handelte über 40 Jahre mit Vieh und „nie musste er mit einem Bauern einen Prozess führen", so seine Aussage in einem Brief an die damalige Sparkasse Kuppenheim. Nach dem Tod sei­ner Ehefrau wanderte Ludwig über Südfrankreich nach Santiago de Chile, später nach USA aus.

Legung des Stolpersteines Nr. 46 in den Gehweg vor dem Haus Friedrichstraße 86:

Während Schülerinnen und Schüler der Favorit Werkrealschule Mug­gensturm-Kuppenheim die Texte zu dem Stolperstein von Amalie Kahn vortrugen, sorgte Gerold Stefan (Lehrer an der Musikschule Gagge­nau) mit Klezmer am Saxophon für die musikalische Umrahmung. Dr. Manfred Geck, ehemals Nachbar der Familie Kahn erinnerte sich: „Die Kahns waren fleißige, ehrliche und hilfsbereite Leute.  Mein Schwiegervater und Ludwig saßen oft beisammen und sprachen miteinander. Ludwig hat meiner Familie sogar erlaubt, unsere Einfahrt auf seiner Mauer unentgeltlich abzustützen und rechtlich abzusichern. Am Sonntag gingen wir und andere von der sog. „High Society“ (christliche und jüdische Geschäftsfamilien) oft zu Fuß zum Schloss Favorite ins Café. Dabei sprangen wir Kinder links und rechts in die Felder und verschmutzten zumeist unsere Kleider. Dann nahmen uns die Eltern an die Hand, und die Sonntagskleidung blieb sauber.“

O Siehe Stolpersteinlegung 2016

O Siehe Zeitzeugenberichte von Dr. Manfred Geck und Luise Walz

O Siehe swr2 Stolpersteine zumn Hören - Bericht über Ludwig Kahn


Isidor Meier, geb. 11.05.1883 in Nonnenweier

 

Isidor Meier heiratete am 22.12.1908 Karoline Kahn aus Kuppenheim.

 

Der Viehhändler Isidor Maier zog am 14.09.1939 mit Ehefrau und der Witwe Berta Sara (zusätzlicher Vorname am 14.09.1939) Baum (geb. 05.06.1878) von Nonnenweier nach Kuppenheim in die Friedrichstraße 98. Die Tochter Blanka (Blanche) Meier wanderte bereits am 07.06.1937 nach New York, USA, aus.

 

Vom 10.11. bis 15.12.1938 wurde Isidor Meier nach der Reichspogromnacht (in Kuppenheim am 10.11.1938) ins KZ Dachau in Schutzhaft genommen. In dieser Nacht haben SA-Schergen die Synagoge niedergebrannt, den Friedhof geschändet, jüdische Geschäfte und Wohnungen verwüstet und die jüdische Bevölkerung gedemütigt. Dazu mussten die Juden auch noch für die von den Nazis verursachten Schäden (weil Volkseigentum zerstört wurde) an ihrem Eigentum aufkommen. In diesen fünf Wochen wurde Isidor Meier wohl äußerst schlecht behandelt. Nach der Haftentlassung sprach er (wie auch die anderen Kuppenheimer Inhaftierten) kein einziges Wort über die Haftbedingungen. Es ist davon auszugehen, dass er und all die anderen in erheblichem Maße von den Nazis eingeschüchtert, ja sogar epresst wurde, um kein Sterbenswort über Dachau zu erzählen.

 

Am 08.07.1940 war Isidor Kahn in Kuppenheim polizeilich gemeldet. Ein viertel Jahr danach deportierten die Nationalsozialisten ihn und seine Ehefrau Karoline am 22.10.1940 nach Gurs. Nach dreieinhalb Monaten im eiskalten Winter wurde er am 11.02.1942 in das Gurs-Nebenlager Noé, ein halbes Jahr später (am 22.08.1642) nach Récébédou velegt.

 

Am 28.08.1942 gelangte er mit Transport Nr. 25 von Drancy nach Auschwitz, wo er wahrscheinlich im August 1942 vergast wurde. Am 08.05.1945 hat man ihn für tot erklärt.

 

1.000 Juden waren in Viehwaggons, davon 28 Kinder unter 17 Jahren (8 zweijährige, 14 dreijährige, 21 vierjährige, 23 fünfjährige Kinder). Vor der Ankunft in Auschwitz am 31.08.2042 wurden etwa 250 arbeitsfähige Männer in Kosel aus dem Zug geholt und auf verschiedene Lager in Schlesien verteilt. Nur 71 Frauen wurden in Auschwitz zur Arbeit selektiert. Der Rest des Transports (etwa 680 Personen) wurde sofort vergast. Im Jahr 1945 gab es noch acht Überklebende von ehemals 1.0000 Deportierten.

 

Isodor und Karoline Meier hatten eine gemeinsame Tochter Blanka (Blanche) Meier, geb. am 17.11.1900 in Nonnenweier. Die von Beruf Kaufmännische Angestellte wanderte am 7. Juni 1937 nach New York (USA) aus und überlebte somit den Holocaust.

 

Karoline Meier, geb. Kahn, geb. 19.11.1885 in Kuppenheim

 

Tochter des David und Sara Kahn aus Kuppenheim. Am 22.12.1908 heiratete sie Isidor Meier aus Nonnenweier.  Nach Kuppenheim kommt Karoline zusammen mit ihrem Ehemann am 14.09.1939. Nachdem beide am 25.09.1939 nach unbekannt verzogen sind, melden sie sich am 08.07.1940 polizeilich in Kuppenheim an.

 

Am 22.10.1940 wurd das Ehepaar mit anderen mehr als 6.000 Juden im Rahmen der Aktion "Baden wird judenfrei" nach Gurs deportiert. Am 11.02.1942 gelangte sie ins Nebenlager Noé und am 22.08.1942 ins Lager Récébédou. Von Gurs wurde sie nach Drancy bei Paris verfrachtet und von dort am 28.08.1942 mit dem Transport Nr. 25 im Viehwaggon nach Auschwitz zur endgültigen Vernichtung. Wahrscheinich hatten die Nazi-Schergen sie sofort nach der Ankunft am 31. August 1942 vergast. Die Behörden erklärten sie am 08.05.1945 für tot.

 

Siehe Stolpersteinlegung 2013

 

 

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